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Cholesterinwerte: Tabelle mit LDL, HDL & Triglyceriden

Herz & Kreislauf · Laborwerte · Dauermedikation

Cholesterinwerte: Tabelle mit LDL, HDL und Triglyceriden einfach erklärt

Medizinisch geprüft von den approbierten Apotheker:innen der Cyriakus-Apotheke OHG, Betreiberin von apo-versand.de · Stand: August 2026

Kurz erklärt: LDL transportiert Cholesterin von der Leber in den Körper und kann sich in den Gefäßen ablagern. HDL bringt Cholesterin zur Leber zurück. Triglyceride sind Nahrungsfette im Blut. Wichtig: Für LDL gibt es keinen einheitlichen Grenzwert – der Zielwert richtet sich nach Ihrem persönlichen Herz-Kreislauf-Risiko.

Lesezeit etwa 9 Minuten · Für Menschen mit erhöhten Blutfettwerten und ihre Angehörigen

Cholesterinwerte-Tabelle: Was bedeuten LDL, HDL und Triglyceride?

Auf dem Laborbefund stehen meist vier Werte. Bevor Sie eine Cholesterinwerte-Tabelle nutzen, hilft es zu wissen, was dahintersteckt. Cholesterin selbst ist übrigens nichts Schlechtes: Der Körper braucht es für Zellwände, Hormone und Vitamin D. Er stellt den größten Teil sogar selbst her. Entscheidend ist, wie das Cholesterin im Blut transportiert wird.

LDL-Cholesterin

LDL bringt Cholesterin von der Leber zu den Zellen. Ist zu viel davon unterwegs, kann es sich in den Gefäßwänden ablagern und zur Gefäßverkalkung beitragen. Deshalb gilt LDL als der wichtigste Wert für das Herz-Kreislauf-Risiko.

HDL-Cholesterin

HDL transportiert überschüssiges Cholesterin zur Leber zurück. Ein niedriger HDL-Wert gilt als ungünstiges Zeichen. HDL wird zur Einordnung des Risikos genutzt, ist aber üblicherweise kein eigener Behandlungszielwert.

Triglyceride

Das sind Nahrungsfette, die im Blut zirkulieren und als Energiereserve dienen. Erhöhte Werte gehen oft mit Übergewicht, Alkohol, viel Zucker oder einem gestörten Zuckerstoffwechsel einher.

Gesamtcholesterin

Die Summe aller Cholesterin-Anteile. Allein betrachtet sagt dieser Wert wenig aus, weil er nicht zwischen LDL und HDL unterscheidet. Er dient nur als grober erster Anhaltspunkt.

Welche Cholesterinwerte gelten als günstig?

Die folgenden Werte sind allgemeine Orientierungswerte für Erwachsene ohne besondere Risikofaktoren. In Deutschland wird meist in Milligramm pro Deziliter (mg/dl) gemessen, manche Labore nutzen Millimol pro Liter (mmol/l).

Gesamtcholesterin

unter etwa 190 mg/dl (unter etwa 4,9 mmol/l)

LDL-Cholesterin

unter 116 mg/dl (unter etwa 3,0 mmol/l) bei niedrigem Risiko – bei höherem Risiko deutlich niedriger, siehe unten

HDL-Cholesterin

über etwa 40 mg/dl bei Männern, über etwa 46 mg/dl bei Frauen (über etwa 1,0 bzw. 1,2 mmol/l)

Triglyceride

unter 150 mg/dl (unter etwa 1,7 mmol/l)

Wichtig: Diese Werte sind eine grobe Orientierung, keine persönlichen Zielwerte. Ob Ihre Werte in Ordnung sind, hängt vom Gesamtbild ab. Lassen Sie den Befund immer ärztlich einordnen und deuten Sie ihn nicht allein.

Warum gibt es keinen einheitlichen LDL-Zielwert?

Das ist der Punkt, der viele überrascht. Beim LDL-Cholesterin gilt nicht ein Grenzwert für alle. Die europäischen Fachgesellschaften ordnen Menschen zunächst einer Risikogruppe zu – und daraus ergibt sich der Zielwert. Grundregel: Je höher das persönliche Risiko, desto niedriger sollte das LDL liegen.

Für die Einordnung nutzt die Arztpraxis Rechenmodelle wie SCORE2, ab etwa 70 Jahren SCORE2-OP. Wer bereits eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, Diabetes, eine Nierenerkrankung oder eine familiäre Fettstoffwechselstörung hat, wird direkt eingestuft. Die folgenden Zielwerte werden dabei üblicherweise herangezogen:

Niedriges Risiko

LDL unter 116 mg/dl (etwa 3,0 mmol/l)

Moderates Risiko

LDL unter 100 mg/dl (etwa 2,6 mmol/l)

Hohes Risiko

LDL unter 70 mg/dl (etwa 1,8 mmol/l), zusätzlich Senkung um mindestens 50 Prozent

Sehr hohes Risiko

LDL unter 55 mg/dl (etwa 1,4 mmol/l), zusätzlich Senkung um mindestens 50 Prozent

Das erklärt, warum zwei Menschen mit demselben LDL-Wert unterschiedliche Rückmeldungen bekommen können. Ein LDL von 110 mg/dl kann bei einer gesunden Person ohne Risikofaktoren unauffällig sein – nach einem Herzinfarkt wäre derselbe Wert deutlich zu hoch. Welche Kategorie auf Sie zutrifft, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Was ist Non-HDL-Cholesterin?

Auf manchen Befunden steht zusätzlich „Non-HDL-Cholesterin". Das ist eine einfache Rechnung: Gesamtcholesterin minus HDL. Übrig bleiben alle ungünstigen Fett-Transporter zusammen, nicht nur LDL.

Dieser Wert ist besonders aussagekräftig, wenn die Triglyceride erhöht sind oder ein Diabetes vorliegt – dann bildet LDL allein das Risiko nicht vollständig ab. Er gilt als ergänzende Zielgröße, die ebenfalls risikoabhängig beurteilt wird.

Was können Sie selbst für Ihre Werte tun?

Der Lebensstil ist bei Blutfetten ein wichtiger Baustein. Wie stark sich die Werte dadurch verändern, ist individuell sehr unterschiedlich und lässt sich nicht vorhersagen. Ein Teil des Cholesterins ist erblich bedingt – dann reicht der Lebensstil allein oft nicht aus, und das ist kein persönliches Versagen.

Fettqualität statt Fettverzicht

Als günstig gelten pflanzliche Öle, Nüsse und fetter Seefisch. Gesättigte Fette aus fettreicher Wurst, Butter und Frittiertem werden dagegen eher zurückhaltend empfohlen.

Ballaststoffe einbauen

Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst gehören zu einer Ernährung, die bei erhöhten Blutfetten empfohlen wird.

Bewegung im Alltag

Regelmäßige Bewegung gehört zu den Basismaßnahmen. Was für Sie passend ist, besprechen Sie am besten ärztlich – gerade bei bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Zucker, Alkohol und Rauchen

Vor allem bei erhöhten Triglyceriden spielen Alkohol und zuckerreiche Getränke eine Rolle. Rauchstopp gilt als eine der wirksamsten Maßnahmen für die Gefäßgesundheit insgesamt.

Zu Nahrungsergänzungsmitteln, die mit Blutfetten beworben werden, ist Zurückhaltung angebracht. Manche Inhaltsstoffe unterliegen rechtlichen Beschränkungen oder können mit Arzneimitteln zusammenwirken. Sprechen Sie vor der Einnahme mit uns oder Ihrer Arztpraxis – besonders, wenn Sie bereits Medikamente nehmen.

Was gilt bei Dauermedikation?

Reichen Lebensstiländerungen nicht aus oder ist das Risiko hoch, kommen Arzneimittel infrage. Zu den häufig verordneten Wirkstoffgruppen gehören Statine, außerdem unter anderem Ezetimib und weitere Wirkstoffe zur LDL-Senkung. Welcher Wirkstoff geeignet ist und wie er dosiert wird, entscheidet allein Ihre Ärztin oder Ihr Arzt – abhängig von Zielwert, Begleiterkrankungen und Verträglichkeit.

Aus pharmazeutischer Sicht ist wichtig: Nehmen Sie die Arzneimittel regelmäßig ein, auch wenn Sie nichts spüren – erhöhte Blutfette verursachen in der Regel keine Beschwerden. Setzen Sie nichts eigenmächtig ab, wenn die Werte gut geworden sind; die guten Werte sind meist das Ergebnis der Behandlung. Und melden Sie Muskelschmerzen oder andere Beschwerden, statt die Einnahme still einzustellen.

Folgeverordnungen können Sie bequem digital einlösen. Alles dazu finden Sie unter E-Rezept bei erhöhten Cholesterinwerten. Wenn Sie mehrere Arzneimittel dauerhaft anwenden, lohnt sich zusätzlich ein Medikationsplan – so behalten Sie und Ihr Behandlungsteam den Überblick. Wie Sie einen weiteren wichtigen Risikofaktor im Blick behalten, lesen Sie in unserem Beitrag Blutdruckwerte verstehen.

E-Rezept einlösen →

Wann sollten Sie ärztlichen Rat suchen?

Grundsätzlich gehört jeder Laborbefund ärztlich besprochen. Besonders wichtig ist das in diesen Fällen:

  • sehr hohe Werte, etwa ein LDL über 190 mg/dl oder Triglyceride ab 400 mg/dl – hier wird eine weiterführende Abklärung empfohlen
  • Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes oder eine Nierenerkrankung in der Vorgeschichte
  • Fälle von frühem Herzinfarkt oder Schlaganfall in der nahen Verwandtschaft
  • Muskelschmerzen oder andere Beschwerden unter einer laufenden Behandlung

Erhöhte Blutfette tun nicht weh. Genau deshalb ist die regelmäßige Kontrolle sinnvoll, auch wenn Sie sich gut fühlen.

Häufige Fragen zu Cholesterinwerten

Welcher Cholesterinwert ist der wichtigste?

In der Regel das LDL-Cholesterin, weil es am engsten mit der Gefäßverkalkung zusammenhängt. Das Gesamtcholesterin allein ist wenig aussagekräftig, da es LDL und HDL zusammenfasst.

Muss ich für die Blutabnahme nüchtern sein?

Für viele Lipidbestimmungen ist das heute nicht mehr zwingend nötig. Bei stark erhöhten Triglyceriden kann eine nüchterne Messung sinnvoll sein. Fragen Sie in Ihrer Arztpraxis nach, was für Ihren Termin gilt.

Warum ist mein LDL-Zielwert niedriger als der eines Bekannten?

Weil sich Zielwerte nach dem persönlichen Herz-Kreislauf-Risiko richten. Wer bereits eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder Diabetes hat, bekommt einen niedrigeren Zielwert als jemand ohne Risikofaktoren – auch bei gleichem Ausgangswert.

Was bedeutet mmol/l statt mg/dl?

Beides sind Maßeinheiten für dieselbe Sache. Deutsche Labore geben meist mg/dl an, andere mmol/l. Achten Sie beim Vergleichen von Befunden darauf, dass die Einheit übereinstimmt.

Kann ich erhöhtes Cholesterin allein durch Ernährung senken?

Der Lebensstil ist ein wichtiger Baustein, aber wie stark er wirkt, ist individuell verschieden. Ein erheblicher Teil des Cholesterins wird vom Körper selbst gebildet und ist erblich beeinflusst. Ob Ernährung allein ausreicht, beurteilt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Wie oft sollten die Werte kontrolliert werden?

Das hängt von Ihrem Risiko und einer laufenden Behandlung ab. Nach einer Umstellung der Medikation wird meist zeitnah kontrolliert, danach in größeren Abständen. Den Rhythmus legt Ihre Arztpraxis fest.

Herausgeber und fachliche Prüfung

Dieser Beitrag wurde vom pharmazeutischen Team von apo-versand.de erstellt und geprüft. Betreiberin ist die Cyriakus-Apotheke OHG – eine staatlich zugelassene Apotheke seit 1979. Jede Bestellung wird von approbierten Apothekerinnen und Apothekern kontrolliert.

Verantwortliche Apothekenleitung und zuständige Aufsichtsbehörde finden Sie in unserem Impressum. · Stand: August 2026

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die genannten Werte sind allgemeine Orientierungswerte. Die Einordnung Ihres Befunds, die Festlegung Ihres persönlichen Zielwerts und die Wahl der Behandlung nehmen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt vor. Setzen Sie verordnete Arzneimittel nicht eigenmächtig ab und ändern Sie Dosierungen nicht ohne Rücksprache.

Quellen: 2019 ESC/EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias (European Society of Cardiology / European Atherosclerosis Society) sowie fokussiertes Update 2025; Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) – Kommentare und Pocket-Leitlinien zur Lipidtherapie; Deutsche Gesellschaft für Lipidologie e. V. (Lipid-Liga); Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische KHK (BÄK, KBV, AWMF); Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ). Abgerufen im August 2026.

E-Rezept wird eingelöst