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Blutdruckwerte: Tabelle & was die 2 Zahlen bedeuten

Herz & Kreislauf · Werte verstehen · Dauermedikation

Blutdruckwerte: Tabelle und was die zwei Zahlen bedeuten

Medizinisch geprüft von den approbierten Apotheker:innen der Cyriakus-Apotheke OHG, Betreiberin von apo-versand.de · Stand: August 2026

Kurz erklärt: Der obere Wert (systolisch) zeigt den Druck, wenn das Herz das Blut auswirft. Der untere Wert (diastolisch) zeigt den Druck in der Erschlaffungsphase. Als optimal gelten Werte unter 120 zu 80 mmHg. Von Bluthochdruck spricht man in der Arztpraxis ab 140 zu 90 mmHg – unabhängig vom Alter.

Lesezeit etwa 9 Minuten · Für Menschen mit Bluthochdruck und ihre Angehörigen

Blutdruckwerte-Tabelle: Was bedeuten die zwei Zahlen?

Auf dem Display steht zum Beispiel „128/82". Bevor Sie eine Blutdruckwerte-Tabelle nutzen, lohnt es sich zu verstehen, was diese beiden Zahlen überhaupt beschreiben. Der Blutdruck ist die Kraft, mit der das Blut gegen die Gefäßwände drückt. Gemessen wird er in Millimeter Quecksilbersäule, abgekürzt mmHg.

Die erste Zahl: systolischer Wert

Sie beschreibt den Druck in dem Moment, in dem sich der Herzmuskel zusammenzieht und das Blut in die Gefäße pumpt. Es ist der höchste Druck im Herzschlag. Im Beispiel „128/82" ist das die 128.

Die zweite Zahl: diastolischer Wert

Sie beschreibt den Druck, während sich das Herz wieder entspannt und mit Blut füllt. Es ist der niedrigste Druck im Herzschlag. Im Beispiel ist das die 82.

Nicht verwechseln sollten Sie den Blutdruck mit dem Puls. Der Puls zählt die Herzschläge pro Minute und sagt nichts über den Druck in den Gefäßen aus. Viele Geräte zeigen beides gleichzeitig an.

Welche Blutdruckwerte sind normal?

Die folgende Einteilung entspricht der Klassifikation der europäischen Fachgesellschaften, wie sie auch die Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie verwendet. Sie gilt für Messungen in der Arztpraxis. Wichtig: Für die Einstufung zählt immer der höhere der beiden Werte. Liegt der obere Wert bei 145 und der untere bei 85, gilt bereits die Einstufung Grad 1.

Optimal

unter 120 zu unter 80 mmHg

Normal

120–129 zu 80–84 mmHg

Hoch normal

130–139 zu 85–89 mmHg

Bluthochdruck Grad 1

140–159 zu 90–99 mmHg

Bluthochdruck Grad 2

160–179 zu 100–109 mmHg

Bluthochdruck Grad 3

ab 180 zu ab 110 mmHg

Zu Hause gelten andere Grenzen: Bei Selbstmessungen liegt die Schwelle niedriger. Nach den Empfehlungen der Deutschen Hochdruckliga gilt zu Hause bereits ein Wert ab 135 und/oder ab 85 mmHg als Bluthochdruck. Übertragen Sie die Praxis-Tabelle also nicht eins zu eins auf Ihr Heimgerät.

Gibt es eine Blutdruckwerte-Tabelle nach Alter?

Diese Frage wird sehr häufig gestellt, und im Internet kursieren viele Tabellen, die für ältere Menschen höhere Werte als „normal" ausweisen. Hier lohnt ein genauer Blick, denn dabei werden zwei Dinge vermischt.

Richtig ist: Der Blutdruck steigt bei vielen Menschen mit dem Alter, weil die Gefäße an Elastizität verlieren. Solche Tabellen bilden also ab, was in einer Altersgruppe häufig gemessen wird – einen Durchschnitt. Häufig bedeutet aber nicht automatisch gesund.

Die aktuellen Leitlinien definieren Bluthochdruck deshalb altersunabhängig: ab 140 zu 90 mmHg in der Arztpraxis. Ein Wert von 150 zu 90 ist mit 70 Jahren nicht plötzlich „normal", nur weil er in dieser Altersgruppe oft vorkommt. Eine offizielle Tabelle mit eigenen Normalwerten je Lebensjahrzehnt gibt es in den deutschen und europäischen Leitlinien nicht.

Was sich mit dem Alter tatsächlich unterscheiden kann, sind die Zielwerte unter Behandlung. Und das ist etwas anderes.

Was sind Zielwerte – und warum sind sie individuell?

Normalwerte ordnen einen gemessenen Wert allgemein ein. Zielwerte beschreiben dagegen, welcher Blutdruck unter einer Behandlung erreicht werden soll. Sie werden ärztlich festgelegt und hängen von mehreren Dingen ab:

  • Alter und allgemeine Belastbarkeit
  • Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Nierenerkrankungen
  • persönliches Herz-Kreislauf-Risiko
  • Verträglichkeit der Behandlung

Die Leitlinien setzen dabei unterschiedliche Schwerpunkte. Die Nationale VersorgungsLeitlinie nennt für die meisten Menschen Werte unter 140 zu 90 mmHg als Ziel, mit einem individuellen Spielraum nach unten. Die europäischen Empfehlungen streben – wenn es gut vertragen wird – niedrigere Werte an und nennen für viele Erwachsene einen Zielkorridor im Bereich von etwa 120 bis 129 mmHg systolisch. Übereinstimmend gilt aber: Bei älteren oder gebrechlichen Menschen wird großzügiger eingestellt, und eine zu starke Senkung soll vermieden werden, weil sie Schwindel und Stürze begünstigen kann.

Das Wichtigste dazu: Ihren persönlichen Zielwert legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Fragen Sie beim nächsten Termin ruhig direkt danach und notieren Sie ihn sich. So wissen Sie beim Messen zu Hause, worauf es bei Ihnen ankommt.

Was sagt der Abstand zwischen beiden Zahlen aus?

Die Differenz zwischen oberem und unterem Wert nennt man Pulsdruck oder Blutdruckamplitude. Bei 130 zu 70 mmHg beträgt sie 60. Üblich sind Werte etwa zwischen 40 und 60 mmHg.

Im Alter steigt der obere Wert häufig, während der untere gleich bleibt oder sinkt – die Differenz wird also größer. Fachleute sehen darin einen Hinweis auf steifere Gefäße. Ein dauerhaft großer Abstand ist deshalb ein Punkt, den Sie in der Arztpraxis ansprechen können. Beurteilen lässt er sich aber nur im Gesamtbild, nicht anhand einer einzelnen Messung.

Wann ist der Blutdruck zu niedrig?

Von niedrigem Blutdruck spricht man üblicherweise ab Werten unter 100 zu 60 mmHg. Ein niedriger Blutdruck schädigt die Gefäße nicht und ist ohne Beschwerden meist unbedenklich. Treten jedoch Schwindel, Müdigkeit, Sehstörungen oder Ohnmachtsneigung auf, sollte das ärztlich abgeklärt werden – auch weil andere Ursachen dahinterstecken können.

Besonders wichtig ist das, wenn Sie blutdrucksenkende Arzneimittel einnehmen. Fallen Ihre Werte deutlich unter den mit Ihnen besprochenen Zielbereich oder wird Ihnen beim Aufstehen schwindelig, sprechen Sie mit Ihrer Arztpraxis. Setzen Sie Medikamente aber nicht eigenmächtig ab und verändern Sie keine Dosis auf eigene Faust.

Was bedeuten die Werte bei Dauermedikation?

Wenn Sie bereits behandelt werden, sind gute Werte in der Regel das Ergebnis der Behandlung – kein Zeichen dafür, dass sie nicht mehr nötig ist. Zu den häufig verordneten Wirkstoffgruppen gehören unter anderem ACE-Hemmer, Sartane, Kalziumkanalblocker und harntreibende Mittel. Welche davon infrage kommt und wie dosiert wird, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Damit die Versorgung nicht ins Stocken gerät, können Sie Folgeverordnungen bequem digital einlösen. Alles dazu finden Sie bei uns unter E-Rezept für Herz und Kreislauf. Wenn Sie mehrere Arzneimittel dauerhaft anwenden, hilft außerdem eine Übersicht – wie Sie zu einem Medikationsplan kommen, erklären wir Ihnen dort. Wie Sie Ihre Werte zu Hause korrekt erheben, lesen Sie in unserem Beitrag Blutdruck richtig messen: Die 7 häufigsten Fehler.

E-Rezept für Herz & Kreislauf einlösen →

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Ein einzelner erhöhter Wert ist noch kein Grund zur Sorge – Blutdruck schwankt. Ein Termin in der Arztpraxis ist aber sinnvoll, wenn:

  • Ihre Werte über mehrere Tage wiederholt erhöht sind
  • die Werte trotz Behandlung dauerhaft über Ihrem Zielbereich liegen
  • die Werte auffällig niedrig sind und Sie sich schwindelig fühlen
  • der Abstand zwischen oberem und unterem Wert dauerhaft sehr groß ist

Notfall: Sehr hohe Werte zusammen mit Beschwerden wie starken Kopfschmerzen, Sehstörungen, Atemnot, Brustschmerz, Sprachstörungen oder Lähmungserscheinungen sind ein Notfall. Warten Sie nicht ab, sondern wählen Sie den Notruf 112.

Häufige Fragen zu Blutdruckwerten

Welcher der beiden Werte ist wichtiger?

Beide sind wichtig. Für die Einstufung zählt immer der höhere der beiden Werte. Ist nur der obere Wert erhöht, spricht man von einer isolierten systolischen Hypertonie – das kommt im höheren Alter häufiger vor und wird ebenfalls ärztlich beurteilt.

Sind bei älteren Menschen höhere Werte normal?

Höhere Werte kommen im Alter häufiger vor, gelten aber nicht automatisch als gesund. Bluthochdruck ist altersunabhängig ab 140 zu 90 mmHg definiert. Unterschiedlich sein können dagegen die ärztlich festgelegten Zielwerte unter Behandlung.

Warum sind meine Werte zu Hause anders als in der Praxis?

Viele Menschen haben in der Praxis höhere Werte, weil die Situation anspannt. Man nennt das Weißkittel-Effekt. Deshalb gelten für die Selbstmessung niedrigere Grenzwerte, und deshalb ist Ihr Blutdrucktagebuch für die Beurteilung so wertvoll.

Was bedeutet mmHg?

Die Abkürzung steht für Millimeter Quecksilbersäule. Sie stammt aus der Zeit, als Blutdruck mit einer Quecksilbersäule gemessen wurde. Heute misst man anders, die Einheit ist aber geblieben.

Ab welchem Wert ist Blutdruck gefährlich?

Eine feste Grenze gibt es nicht, weil das Risiko vom Gesamtbild abhängt. Sehr hohe Werte ab etwa 180 zu 110 mmHg gelten als Grad 3 und gehören ärztlich abgeklärt. Kommen Beschwerden wie Brustschmerz, Atemnot oder Sehstörungen hinzu, wählen Sie sofort den Notruf 112.

Wie oft sollte ich meinen Blutdruck kontrollieren lassen?

Auch ohne bekannte Erkrankung ist eine regelmäßige Kontrolle sinnvoll, da Bluthochdruck lange keine Beschwerden macht. Wie oft das in Ihrem Fall ratsam ist, besprechen Sie am besten in Ihrer Hausarztpraxis.

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Herausgeber und fachliche Prüfung

Dieser Beitrag wurde vom pharmazeutischen Team von apo-versand.de erstellt und geprüft. Betreiberin ist die Cyriakus-Apotheke OHG – eine staatlich zugelassene Apotheke seit 1979. Jede Bestellung wird von approbierten Apothekerinnen und Apothekern kontrolliert.

Verantwortliche Apothekenleitung und zuständige Aufsichtsbehörde finden Sie in unserem Impressum. · Stand: August 2026

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die genannten Werte sind allgemeine Orientierungswerte. Die Einordnung Ihrer persönlichen Blutdruckwerte, die Festlegung Ihres Zielwerts und die Wahl der Behandlung nehmen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt vor. Setzen Sie verordnete Arzneimittel nicht eigenmächtig ab und ändern Sie Dosierungen nicht ohne Rücksprache. Bei Verdacht auf einen Notfall wählen Sie den Notruf 112.

Quellen: Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie (BÄK, KBV, AWMF; leitlinien.de); 2023 ESH Guidelines for the management of arterial hypertension (European Society of Hypertension); 2024 ESC Guidelines for the management of elevated blood pressure and hypertension (European Society of Cardiology); Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) – Pocket-Leitlinie und Kommentar zu den ESC-Leitlinien 2024; Deutsche Hochdruckliga e. V. (DHL) – Grenzwerte für die Selbstmessung; Deutsche Herzstiftung e. V. – Übersicht zu den aktuellen Hypertonie-Leitlinien. Abgerufen im August 2026.

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