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Blutdruck richtig messen: Die 7 häufigsten Fehler

Herz & Kreislauf · Selbstmessung · Dauermedikation

Blutdruck richtig messen: Die 7 häufigsten Fehler zu Hause

Medizinisch geprüft von den approbierten Apotheker:innen der Cyriakus-Apotheke OHG, Betreiberin von apo-versand.de · Stand: August 2026

Kurz erklärt: Um den Blutdruck richtig zu messen, ruhen Sie fünf Minuten, sitzen mit angelehntem Rücken und beiden Füßen am Boden. Die Manschette liegt auf Herzhöhe am freien Oberarm. Messen Sie zweimal im Abstand von ein bis zwei Minuten, morgens und abends zur gleichen Zeit – und notieren Sie alle Werte.

Lesezeit etwa 9 Minuten · Für Menschen mit Bluthochdruck und ihre Angehörigen

Warum ist es so wichtig, den Blutdruck richtig zu messen?

Die Messung zu Hause ist ein wertvolles Werkzeug. Fachgesellschaften halten die Selbstmessung sogar für besonders aussagekräftig, weil sie den Alltag abbildet und die typische Anspannung beim Praxisbesuch wegfällt.

Genau darin liegt aber auch das Risiko: Wenn beim Messen etwas schiefläuft, sind die Werte falsch – und darauf könnten Behandlungsentscheidungen aufbauen. Schon kleine Fehler können das Ergebnis um mehrere Einheiten verändern. Zu hohe Werte führen zu unnötiger Sorge, zu niedrige täuschen eine gute Einstellung vor. Die gute Nachricht: Die häufigsten Fehler lassen sich leicht vermeiden.

Welche 7 Fehler passieren zu Hause am häufigsten?

1. Ohne Ruhepause messen

Wer gerade die Treppe hochgegangen ist oder eben noch telefoniert hat, misst zu hohe Werte. Setzen Sie sich vor jeder Messung fünf Minuten ruhig hin. Diese fünf Minuten sind der wirksamste Handgriff überhaupt.

2. Zu unterschiedlichen Uhrzeiten messen

Der Blutdruck schwankt über den Tag. Messen Sie deshalb immer zu ähnlichen Zeiten – üblich sind morgens nach dem Aufstehen und vor der Medikamenteneinnahme sowie abends. So werden Ihre Werte vergleichbar.

3. Falsche Manschettengröße

Eine zu kleine Manschette führt zu hohen Werten, eine zu große zu niedrigen. Messen Sie den Umfang Ihres Oberarms und vergleichen Sie ihn mit der Angabe auf der Manschette. Bei kräftigen oder sehr schlanken Armen lohnt sich eine passende Größe.

4. Arm nicht auf Herzhöhe

Hängt der Arm herunter, fällt der Wert zu hoch aus; liegt er zu hoch, zu niedrig. Legen Sie den Arm entspannt auf den Tisch, sodass die Manschette etwa auf Herzhöhe liegt. Halten Sie den Arm nicht selbst in der Luft – das spannt die Muskeln an.

5. Ungünstige Sitzhaltung

Übereinandergeschlagene Beine, ein freischwebender Rücken oder Messen im Stehen verfälschen das Ergebnis. Sitzen Sie mit angelehntem Rücken, beide Füße flach auf dem Boden, Beine nicht gekreuzt.

6. Während der Messung sprechen

Reden oder Zuhören treibt den Wert nach oben. Bleiben Sie während der Messung ruhig und still. Auch Fernseher und Radio schaltet man besser kurz aus.

7. Nur einmal messen – und nichts notieren

Ein Einzelwert sagt wenig aus. Messen Sie zweimal im Abstand von ein bis zwei Minuten und notieren Sie beide Werte. Und: Messen Sie nicht nur dann, wenn Sie sich schlecht fühlen – sonst entsteht ein verzerrtes Bild.

Zwei weitere Punkte lohnen sich noch: Messen Sie nicht direkt nach Kaffee, Zigarette oder einer Mahlzeit und gehen Sie vorher zur Toilette. Eine volle Blase kann den Wert messbar anheben. Und schieben Sie den Ärmel nicht hoch, wenn er einschnürt – dann besser ganz ausziehen.

Welche Blutdruckwerte sind normal?

Die folgende Einteilung entspricht der etablierten Klassifikation der europäischen Fachgesellschaften ESC und ESH, wie sie auch die Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie verwendet. Sie gilt für die Messung in der Arztpraxis. Für die Einstufung zählt immer der höhere der beiden Werte.

Optimal

unter 120 zu unter 80 mmHg

Normal

120–129 zu 80–84 mmHg

Hoch normal

130–139 zu 85–89 mmHg

Bluthochdruck Grad 1

140–159 zu 90–99 mmHg

Bluthochdruck Grad 2

160–179 zu 100–109 mmHg

Bluthochdruck Grad 3

ab 180 zu ab 110 mmHg

Wichtig für die Messung zu Hause: Für Selbstmessungen gelten niedrigere Grenzwerte als für die Praxis. Von Bluthochdruck spricht man zu Hause meist schon ab Werten von etwa 135 zu 85 mmHg im Mittel. Übertragen Sie die Praxis-Tabelle also nicht eins zu eins auf Ihr Heimgerät. Wie Ihre Werte einzuordnen sind, klären Sie am besten in Ihrer Arztpraxis.

Ein Hinweis zur Aktualität: Die europäische Kardiologen-Gesellschaft hat 2024 zusätzlich die Kategorie „erhöhter Blutdruck" für den Bereich zwischen optimal und Bluthochdruck eingeführt. Ob und wann behandelt wird, hängt dort nicht allein vom Messwert ab, sondern auch vom persönlichen Risiko. Diese Einschätzung trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Wie führe ich ein Blutdrucktagebuch?

Ein Tagebuch ist oft wertvoller als das teuerste Gerät, denn erst die Reihe von Werten zeigt ein verlässliches Bild. Notieren Sie zu jeder Messung:

  • Datum und Uhrzeit
  • beide Werte, oberer und unterer, sowie den Puls
  • an welchem Arm Sie gemessen haben
  • Besonderheiten wie Aufregung, schlechter Schlaf oder eine vergessene Tablette

Wichtig: Notieren Sie alle Werte, auch die unerwartet hohen. Wer nur die „schönen" Zahlen aufschreibt, nimmt der Arztpraxis die Grundlage für gute Entscheidungen. Vor einem Termin empfiehlt es sich, etwa eine Woche lang morgens und abends zu messen und die Liste mitzubringen.

Wenn Sie mehrere Arzneimittel dauerhaft anwenden, hilft zusätzlich eine Übersicht Ihrer Medikamente. Was dazugehört und ab wann Sie Anspruch darauf haben, lesen Sie auf unserer Seite zum Medikationsplan.

Was sollten Sie bei Blutdruck-Medikamenten beachten?

Zu den häufig verordneten Wirkstoffgruppen bei Bluthochdruck gehören unter anderem ACE-Hemmer, Sartane, Kalziumkanalblocker und harntreibende Mittel. Welcher Wirkstoff für Sie geeignet ist und wie er dosiert wird, entscheidet allein Ihre Ärztin oder Ihr Arzt – abhängig von Ihren Werten, Begleiterkrankungen und Verträglichkeit.

Drei Dinge sind aus pharmazeutischer Sicht wichtig: Nehmen Sie Ihre Arzneimittel regelmäßig und zur gewohnten Zeit ein, auch wenn die Werte gut aussehen – gute Werte sind meist das Ergebnis der Behandlung. Setzen Sie nichts eigenmächtig ab und ändern Sie keine Dosis auf eigene Faust, selbst wenn ein Messwert niedrig ausfällt. Und messen Sie morgens am besten vor der Einnahme, damit die Werte vergleichbar bleiben.

Damit die Versorgung nicht ins Stocken gerät, können Sie Folgerezepte für Ihre Herz-Kreislauf-Medikamente bequem digital einlösen. Alles dazu finden Sie bei uns unter E-Rezept für Herz und Kreislauf. Wie das Einlösen technisch abläuft, erklären wir dort Schritt für Schritt.

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Oberarm oder Handgelenk – was ist besser?

Fachlich gilt das Oberarmgerät als erste Wahl, weil die Messung dort weniger fehleranfällig ist. Handgelenkgeräte können sinnvoll sein, wenn der Oberarm sehr kräftig ist oder die Manschette Beschwerden verursacht. Bei einem Handgelenkgerät ist die Haltung besonders wichtig: Das Gerät muss beim Messen auf Herzhöhe gehalten werden, sonst weichen die Werte deutlich ab.

Achten Sie beim Kauf auf ein klinisch geprüftes Gerät. Praktisch ist außerdem eine gut lesbare Anzeige und ein Speicher für mehrere Messungen. Bringen Sie Ihr Gerät ruhig einmal zum Praxistermin mit und vergleichen Sie die Werte – so wissen Sie, dass es zuverlässig misst. Gern beraten wir Sie auch persönlich zur Auswahl und zur richtigen Manschettengröße – eine Übersicht finden Sie in unserer Kategorie Blutdruckmessgeräte & Zubehör.

Wann sollten Sie ärztlichen Rat suchen?

Sprechen Sie Ihre Arztpraxis an, wenn Ihre Werte über mehrere Tage deutlich höher liegen als gewohnt, wenn sie trotz Behandlung dauerhaft erhöht bleiben oder wenn sie auffällig niedrig sind und Sie sich schwindelig fühlen.

Sehr hohe Werte in Verbindung mit Beschwerden wie starken Kopfschmerzen, Sehstörungen, Atemnot, Brustschmerz, Sprach- oder Lähmungserscheinungen sind ein Notfall. Warten Sie in diesem Fall nicht ab, sondern wählen Sie den Notruf 112.

Häufige Fragen zum Blutdruckmessen

An welchem Arm soll ich messen?

Messen Sie zu Beginn an beiden Armen. Wenn die Werte unterschiedlich ausfallen, nutzen Sie künftig immer den Arm mit den höheren Werten. Notieren Sie sich, welcher es ist.

Wie oft soll ich zu Hause messen?

Das hängt von Ihrer Situation ab und sollte ärztlich abgesprochen werden. Häufig empfohlen wird, vor einem Termin oder bei einer Therapieumstellung etwa eine Woche lang morgens und abends je zweimal zu messen. Ständiges Messen über den Tag verunsichert eher.

Warum ist der erste Wert oft höher als der zweite?

Das ist normal und liegt an der Anspannung zu Beginn. Deshalb wird empfohlen, zweimal im Abstand von ein bis zwei Minuten zu messen. Sprechen Sie mit Ihrer Arztpraxis, welcher Wert für Ihre Dokumentation herangezogen werden soll.

Soll ich vor oder nach der Tabletteneinnahme messen?

Üblich ist die Messung morgens vor der Einnahme, weil die Werte so besser vergleichbar sind. Halten Sie es dauerhaft gleich und vermerken Sie es im Tagebuch. Klären Sie das Vorgehen mit Ihrer Arztpraxis ab.

Gelten zu Hause dieselben Grenzwerte wie in der Praxis?

Nein. Für Selbstmessungen gelten niedrigere Grenzwerte, weil die Anspannung beim Praxisbesuch wegfällt. Zu Hause spricht man im Mittel meist schon ab etwa 135 zu 85 mmHg von Bluthochdruck. Die Einordnung Ihrer Werte nimmt Ihre Arztpraxis vor.

Was mache ich bei einem einzelnen sehr hohen Wert?

Ruhen Sie einige Minuten und messen Sie noch einmal in korrekter Haltung. Bleibt der Wert hoch oder treten Beschwerden wie Brustschmerz, Atemnot oder Sehstörungen auf, handelt es sich um einen Notfall – wählen Sie 112. Nehmen Sie keine zusätzliche Tablette auf eigene Faust ein.

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Herausgeber und fachliche Prüfung

Dieser Beitrag wurde vom pharmazeutischen Team von apo-versand.de erstellt und geprüft. Betreiberin ist die Cyriakus-Apotheke OHG – eine staatlich zugelassene Apotheke seit 1979. Jede Bestellung wird von approbierten Apothekerinnen und Apothekern kontrolliert.

Verantwortliche Apothekenleitung und zuständige Aufsichtsbehörde finden Sie in unserem Impressum. · Stand: August 2026

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die genannten Werte sind allgemeine Orientierungswerte; die Einordnung Ihrer persönlichen Blutdruckwerte und die Wahl der Behandlung nimmt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt vor. Setzen Sie verordnete Arzneimittel nicht eigenmächtig ab und ändern Sie Dosierungen nicht ohne Rücksprache. Bei Verdacht auf einen Notfall wählen Sie den Notruf 112.

Quellen: Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie (BÄK, KBV, AWMF; leitlinien.de); 2023 ESH Guidelines for the management of arterial hypertension (European Society of Hypertension); 2024 ESC Guidelines for the management of elevated blood pressure and hypertension (European Society of Cardiology); Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) – Kommentar zu den ESC-Leitlinien 2024; Deutsche Hochdruckliga e. V. (DHL) – Empfehlungen zur Blutdruckselbstmessung; Deutsche Herzstiftung e. V. Abgerufen im August 2026.

E-Rezept wird eingelöst