Reiseimpfungen: Welche Sie brauchen, wann Sie impfen sollten – und wo Sie verlässliche Infos finden
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Reiseimpfungen: Welche Sie brauchen, wann Sie impfen sollten – und wo Sie verlässliche Infos finden
Medizinisch geprüft von den approbierten Apotheker:innen der Cyriakus-Apotheke OHG, Betreiberin von apo-versand.de · Stand: Oktober 2026
Kurz erklärt: Welche Reiseimpfungen Sie brauchen, hängt vom Reiseland, der Reiseart und Ihrer Gesundheit ab. Verlässliche Informationen finden Sie beim Auswärtigen Amt (Reise- und Sicherheitshinweise je Land) und in den jährlichen Reiseimpfempfehlungen von STIKO und Tropenmedizin-Gesellschaft beim Robert Koch-Institut. Die wichtigste Reiseimpfung für die meisten Ziele ist Hepatitis A. Planen Sie idealerweise sechs bis acht Wochen vor Abreise – vieles geht aber auch kurzfristig noch.
Lesezeit etwa 10 Minuten · Für alle, die eine Fernreise oder einen Urlaub außerhalb Europas planen
Was sind Reiseimpfungen – und warum lohnt der Blick in den Impfpass?
Reiseimpfungen schützen vor Krankheiten, die in Deutschland selten sind, im Reiseland aber häufig vorkommen – übertragen etwa durch verunreinigtes Wasser, Lebensmittel, Mücken oder Tierkontakte. Sie ergänzen die Standardimpfungen, ersetzen sie aber nicht.
Deshalb beginnt jede gute Reisevorbereitung mit einem Blick in den Impfpass: Sind Tetanus und Diphtherie aufgefrischt? Besteht Schutz gegen Masern? Für manche Länder wird zusätzlich eine Auffrischung gegen Kinderlähmung (Polio) empfohlen – bei der Einreise aus bestimmten Staaten ist sie sogar vorgeschrieben. Diese Basisimpfungen zahlt die Krankenkasse ohnehin, und der Urlaub ist ein guter Anlass, Lücken zu schließen.
Wo finden Sie verlässliche Informationen für Ihr Reiseland?
Im Netz kursieren viele veraltete oder widersprüchliche Impflisten. Halten Sie sich deshalb an diese offiziellen Quellen – sie werden laufend aktualisiert:
Auswärtiges Amt: der schnellste Überblick
Auf auswaertiges-amt.de gibt es zu jedem Land der Welt Reise- und Sicherheitshinweise – mit einem eigenen Abschnitt „Gesundheit". Dort steht, welche Impfungen für die Einreise vorgeschrieben und welche empfohlen sind, ob Malaria oder Dengue vorkommen und was aktuell an Ausbrüchen gemeldet ist. Einfach „Auswärtiges Amt" plus Ihr Reiseland suchen – das ist die erste Anlaufstelle für jede Reise.
RKI: die offiziellen Impfempfehlungen mit Ländertabellen
Die Ständige Impfkommission (STIKO) gibt zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG) jedes Jahr die reisemedizinischen Impfempfehlungen heraus – veröffentlicht beim Robert Koch-Institut (rki.de) mit Tabellen für jedes einzelne Land. Das ist die fachliche Grundlage, nach der auch Arztpraxen beraten und viele Krankenkassen erstatten.
Tropeninstitute und reisemedizinische Beratungsstellen
Für die persönliche Beratung: reisemedizinisch fortgebildete Hausarztpraxen, Tropeninstitute (etwa in Hamburg, München, Tübingen oder Düsseldorf) sowie die Gesundheitsämter. Das Centrum für Reisemedizin (CRM) bietet online aktuelle Länderinformationen und ein Verzeichnis reisemedizinischer Beratungsstellen in Ihrer Nähe.
Ihre Krankenkasse: fürs Geld
Viele gesetzliche Kassen erstatten Reiseimpfungen als freiwillige Zusatzleistung – oft sogar vollständig. Ein Blick auf die Website Ihrer Kasse oder ein kurzer Anruf vor dem Impftermin lohnt sich also doppelt. Mehr dazu weiter unten.
Welche sind die häufigsten Reiseimpfungen?
Die folgenden Impfungen tauchen in den Länderempfehlungen am häufigsten auf. Welche davon für Sie infrage kommen, entscheidet die reisemedizinische Beratung anhand von Ziel, Reisestil und Dauer:
Hepatitis A – die wichtigste Reiseimpfung
Die Leberentzündung wird über verunreinigte Lebensmittel und Wasser übertragen und kommt in fast allen warmen Reiseländern vor – vom Mittelmeerraum bis Südostasien. Die STIKO empfiehlt die Impfung praktisch allen Reisenden in Risikogebiete. Großer Vorteil: Sie schützt schnell und eignet sich auch für Kurzentschlossene.
Hepatitis B
Wird über Blut und Körperflüssigkeiten übertragen – relevant bei längeren Aufenthalten, engem Kontakt zur Bevölkerung, möglichen medizinischen Behandlungen vor Ort oder Tätowierungen im Urlaub. Die Grundimmunisierung braucht mehrere Dosen; oft wird sie als Kombinationsimpfung mit Hepatitis A gegeben.
Typhus
Eine bakterielle Infektion durch verunreinigtes Wasser und Essen, verbreitet vor allem in Südasien, Afrika und Teilen Südamerikas. Empfohlen besonders bei einfachen Reisebedingungen abseits der Hotelanlagen. Erhältlich als Spritze oder als Schluckimpfung in Kapselform.
Tollwut
Übertragen durch Bisse infizierter Tiere, meist streunender Hunde – eine ausgebrochene Tollwut verläuft praktisch immer tödlich. Die vorbeugende Impfserie lohnt sich bei längeren Aufenthalten, Reisen in abgelegene Regionen ohne schnelle Klinikversorgung, Radtouren und Tierkontakt. Sie braucht mehrere Dosen – früh anfangen.
Gelbfieber – teils Einreisepflicht
Eine Mückenkrankheit im tropischen Afrika und Südamerika. Besonderheit: Viele Länder verlangen den Impfnachweis bei der Einreise. Geimpft wird ausschließlich in autorisierten Gelbfieber-Impfstellen, und der internationale Nachweis gilt erst ab dem zehnten Tag nach der Impfung – dafür dann lebenslang. Rechtzeitig Termin sichern.
Japanische Enzephalitis
Eine durch Mücken übertragene Gehirnentzündung in Süd- und Südostasien, vor allem in ländlichen Regionen mit Reisanbau. Empfohlen bei längeren Aufenthalten oder wiederholten Reisen in Risikogebiete, besonders zur Regenzeit. Zwei Dosen im Abstand von vier Wochen.
Meningokokken ACWY
Schützt vor bakterieller Hirnhautentzündung – relevant für den „Meningitis-Gürtel" Afrikas, bei engem Kontakt zur Bevölkerung und für Jugendliche auf Austausch- oder Sprachreisen. Für die Pilgerreise nach Mekka ist der Nachweis Pflicht.
Und Malaria? Dafür gibt es keine Reiseimpfung
Gegen Malaria schützt für Reisende keine Impfung, sondern konsequenter Mückenschutz plus – je nach Gebiet – vorbeugende Tabletten oder ein Notfallmedikament, das ärztlich verordnet wird. Auch gegen Dengue-Fieber bleibt Mückenschutz die wichtigste Maßnahme; die verfügbare Impfung kommt nur für bestimmte Personen nach ärztlicher Prüfung infrage. Denken Sie außerdem an FSME: Die Zeckenimpfung ist nicht nur fürs Ausland relevant, sondern auch für Süddeutschland, Österreich und die Schweiz.
Wann und wo sollten Sie sich impfen lassen?
Die Faustregel lautet: etwa sechs bis acht Wochen vor Abreise mit der Planung beginnen. Der Grund ist einfach – manche Impfungen bestehen aus mehreren Dosen im Abstand von Wochen, und der Körper braucht Zeit, um den Schutz aufzubauen:
Geimpft wird beim Arzt: Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis – viele sind reisemedizinisch fortgebildet. Für komplexe Reisen (mehrere Länder, Vorerkrankungen, Schwangerschaft, Reisen mit Kindern) sind Tropeninstitute und reisemedizinische Spezialpraxen die richtige Adresse. Die Gelbfieberimpfung gibt es, wie erwähnt, nur in autorisierten Impfstellen. In Apotheken sind derzeit Grippe- und Corona-Impfungen möglich, Reiseimpfungen gehören dagegen in ärztliche Hand.
Die Rolle Ihrer Apotheke: Reiseimpfstoffe sind verschreibungspflichtig. Häufig stellt die Praxis ein Rezept aus, Sie besorgen den Impfstoff in der Apotheke und bringen ihn zum Impftermin mit. Das Rezept können Sie bequem digital einlösen – wie das geht, zeigt unsere Seite E-Rezept mit der Gesundheitskarte. Wichtig bei Impfstoffen: Sie müssen durchgehend gekühlt bleiben. Lagern Sie sie zu Hause im Kühlschrank (nicht im Gefrierfach!) und transportieren Sie sie in einer Kühltasche zur Praxis.
Wenn Sie dauerhaft Medikamente einnehmen, gehört auch das in die Reiseplanung: Reicht der Vorrat? Gibt es Wechselwirkungen mit einer Malaria-Prophylaxe? Ein aktueller Medikationsplan im Gepäck hilft im Ausland zudem, wenn ärztliche Behandlung nötig wird.
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Wer zahlt die Reiseimpfungen?
Reiseimpfungen für private Urlaubsreisen gehören nicht zu den Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Die gute Nachricht: Sehr viele Kassen übernehmen die Kosten trotzdem als freiwillige Satzungsleistung – häufig zu 100 Prozent für Impfstoff und ärztliche Leistung, sofern die Impfung von der STIKO für Ihr Reiseland empfohlen wird.
Der übliche Ablauf: Sie zahlen Rezept und Impfung zunächst selbst und reichen die Belege anschließend bei Ihrer Kasse ein. Fragen Sie vor dem Termin kurz nach, was Ihre Kasse genau erstattet und welche Unterlagen sie braucht – das erspart Überraschungen. Privatversicherte prüfen am besten, ob ihr Tarif Auslandsreise-Impfungen einschließt.
Häufige Fragen zu Reiseimpfungen
Welche Reiseimpfung ist die wichtigste?
Für die meisten Reiseziele die Hepatitis-A-Impfung, da die Erkrankung in fast allen warmen Ländern über Essen und Wasser übertragen wird. Welche weiteren Impfungen sinnvoll sind, hängt von Land, Reisedauer und Reisestil ab.
Ich reise in zwei Wochen ab – lohnt sich das Impfen noch?
Ja, in vielen Fällen. Die Hepatitis-A-Impfung baut schnell Schutz auf, und für einige Impfserien gibt es verkürzte Schnellschemata. Lassen Sie sich auch kurzfristig beraten, statt ganz zu verzichten.
Wo sehe ich, welche Impfungen für mein Reiseland vorgeschrieben sind?
In den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts im Abschnitt „Gesundheit" sowie in den jährlichen Ländertabellen der STIKO-Reiseimpfempfehlungen beim Robert Koch-Institut. Pflichtimpfungen – etwa Gelbfieber für bestimmte Länder – sind dort klar gekennzeichnet.
Zahlt die Krankenkasse meine Reiseimpfungen?
Viele gesetzliche Kassen erstatten STIKO-empfohlene Reiseimpfungen als freiwillige Zusatzleistung, oft vollständig. Üblicherweise zahlen Sie zunächst selbst und reichen die Belege ein. Fragen Sie vor dem Termin bei Ihrer Kasse nach.
Kann ich mehrere Impfungen am selben Tag bekommen?
Meist ja – viele Impfungen lassen sich am selben Termin an verschiedenen Körperstellen geben, manche auch als Kombinationsimpfstoff. Was im Einzelfall sinnvoll kombiniert wird, entscheidet die impfende Praxis.
Gibt es eine Impfung gegen Malaria?
Für Reisende nein. Der Schutz besteht aus konsequenter Mückenabwehr und – je nach Risikogebiet – ärztlich verordneten Tabletten zur Vorbeugung oder für den Notfall. Das gehört zwingend in die reisemedizinische Beratung.
Wir machen Sie reisefertig
Ob verordneter Reiseimpfstoff, Mückenschutz mit ausreichend Wirkstoff, Malaria-Medikamente auf Rezept oder die passende Reiseapotheke für Ihr Ziel: Unser pharmazeutisches Team stellt mit Ihnen zusammen, was ins Gepäck gehört – und prüft dabei auch Wechselwirkungen mit Ihrer Dauermedikation. Telefonisch oder per E-Mail.
Herausgeber und fachliche Prüfung
Dieser Beitrag wurde vom pharmazeutischen Team von apo-versand.de erstellt und geprüft. Betreiberin ist die Cyriakus-Apotheke OHG – eine staatlich zugelassene Apotheke seit 1979. Jede Bestellung wird von approbierten Apothekerinnen und Apothekern kontrolliert.
Verantwortliche Apothekenleitung und zuständige Aufsichtsbehörde finden Sie in unserem Impressum. · Stand: Oktober 2026
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Welche Impfungen für Sie sinnvoll sind, entscheidet die individuelle reisemedizinische Beratung anhand von Reiseziel, Reisedauer, Reisestil und Ihrem Gesundheitszustand – das gilt besonders in Schwangerschaft und Stillzeit, für Kinder, bei chronischen Erkrankungen und geschwächtem Immunsystem. Einreisebestimmungen und Impfempfehlungen können sich kurzfristig ändern; maßgeblich sind die aktuellen Angaben des Auswärtigen Amts und des Robert Koch-Instituts.
Quellen: Robert Koch-Institut – Reisemedizinische Impfempfehlungen der STIKO und der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit (DTG), Epidemiologisches Bulletin 14/2025 mit Ländertabellen (Anhang zu Epid. Bull. 27/2026); Auswärtiges Amt – Reise- und Sicherheitshinweise, Abschnitt Gesundheit; Weltgesundheitsorganisation (WHO) – International Travel and Health, Länderliste zu Gelbfieber- und Polio-Nachweispflichten; Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin (dtg.org); Centrum für Reisemedizin (CRM); Übersichten der gesetzlichen Krankenkassen zur Erstattung von Reiseschutzimpfungen als Satzungsleistung. Abgerufen im Oktober 2026.